Ein grandioses Flugerlebnis

Ein grandioses Flugerlebnis

Der Motor brüllt laut, als Karl-Heinz Knab, Pilot beim Markgräfler Luftsportverein, den Gashebel zu sich zieht. Augenblicklich schießt die Maschine nach vorne und nimmt Anlauf auf der mit Gras überwachsenen Startbahn. Nach 100 Metern ist die Geschwindigkeit hoch genug, um die Maschine durch den Auftrieb abheben zu lassen. Karl-Heins Knab zieht den Steuerknüppel zu sich, langsam neigt sich die Nase des Flugzeugs nach oben, die Vibrationen werden weniger und der Flug ruhiger. Wir haben es geschafft, wir befinden uns nun im Luftraum von Südbaden!

Angefangen hatte dieser wolkenlose und heiße Augusttag mittags in Müllheim. Genauer gesagt fand er auf dem Flugplatz Müllheim statt, auf welchem sich am späten Vormittag sieben Leos und vierzehn Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Markus-Pflüger-Heims in Wiechs trafen. Nach einer kurzen Sichtung des Geländes wurde das „Basislager” im Schatten von einigen Bäumen, am Rande der Start- und Landebahn, aufgebaut. Murat und andere Teilnehmer sorgten dafür, dass aus den mitgebrachten Zutaten das Mittagessen zubereitet wurde. – Gleichzeitig starteten die ersten schon zum Rundflug. Nach einer kurzen Begrüßung mit Karl-Heinz Knab, welcher seit vielen Jahren Pilot beim Markgräfler Luftsportverein ist, stiegen die ersten drei Flieger, in diesem Fall Ernst, Tobias und Andreas in die kleine Propellermaschine vom Typ Robin DR – 400.

Und schon ging es los. Nachdem der Pilot den Motor gestartet hatte, rollte das Flugzeug zum Anfang der Start- und Landebahn, um gleich darauf mit etwas Schwung loszufahren. Dabei war die Beschleunigung weniger stark als erwartet – bei großen Linienmaschinen etwa ist dieser viel intensiver.Nun waren wir also in der Luft und genossen die vor uns liegende Aussicht. Nach einer langgezogenen Linkskurve ging die Reise in Richtung Weil am Rhein, sodass Frankreich zu unserer Rechten, der Schwarzwald zu unserer Linken lag. Dabei war die Sicht so erstaunlich klar, dass wir die Vogesen, den Schwarzwald, Freiburg und die Alpen von einem Punkt aus sehen konnten. Bei einer Fluggeschwindigkeit von 200 km/h und einer Flughöhe von ca. 1000 Metern hatte man so den idealen Rundumblick über Südbaden. Zwischenzeitlich sackte die Maschine immer mal wieder etwas ab, was im Bauch kitzelte, aber keineswegs schlimm war. Insgesamt war der Flug dank des wenigen Windes und den guten Bedingungen sehr angenehm und wackelfrei.

Nach gut 20 Minuten Flug über dem Rheintal, dem Schwarzwald mit Blick auf viele beliebte Ausflugsziele (Blauen, Feldberg, Belchen) und dem Rhein, wobei wir das Kernkraftwerk Fessenheim sehen konnten, brachte die Maschine sich in Position für die anstehende Landung in Müllheim. Mit einigen geschickten und ruhigen Griffen verringerte der Pilot die Geschwindigkeit und senkte die Nase der Maschine nach unten, sodass wir langsam an Höhe verloren. Sekunden später setzten wir sanft auf dem Rasen der Landefläche auf und rollten zu den anderen Teilnehmern dieser Aktion, welche bereits am Grillen und Zubereiten der Mahlzeiten waren.

Die Reaktionen der ersten Hobbyflieger waren überwältigend! Alle waren von dem Flug begeistert. Angespornt durch die begeisterten Erzählungen der ersten Freiwilligen folgten nun viele andere Bewohner und Leos, welche es sich nicht nehmen lassen wollten, einen Flug mit zu erleben. An diesem Tag hob das kleine Flugzeug insgesamt fünf Mal von der Startbahn ab, wobei insgesamt 15 Leute mitgeflogen sind. Alle waren sich einig – dieser Tag bleibt unvergesslich, denn so etwas gab es in der langen Geschichte des Projekts „Begegnungen“ noch nie.Erwähnenswert ist, dass diese Unternehmung auf den Wunsch eines Heimbewohners zurückgeht: Gerhard von Station „Ahorn“ wollte schon lange mal in einem derartigen Flugzeug fliegen. Natürlich war er dann auch einer der ersten Heimbewohner, welche an Bord Platz nahmen, und auch für ihn war dieser Tag ein besonderes Erlebnis.

Zum allgemeinen Wohlbefinden trugen auch die frisch gegrillten Würstchen und Steaks, der von Clubbetreuer Gerhard und seiner Frau Claudia vorbereitete Kartoffelsalat, eine Wassermelone aus deren Garten sowie die von Inge gebackenen Kuchen sowie Kaffee und jede Menge Erfrischungsgetränke bei.Natürlich wäre all dies ohne die Unterstützung des Markgräfler Luftsportvereins und dessen Präsidenten Arno Breitenfeld, welcher übrigens auch Präsident des Lions Club Müllheims ist, nicht möglich gewesen. So hatten wir einen tollen schattigen Platz am Rande der Start- und Landebahn und bekamen Rabatt auf die Flüge, welche aufgrund der unglaublich hohen Spritpreise natürlich nicht kostenlos sind. Dafür vielen Dank von uns, ebenso an unseren tollen Piloten, welcher sich anschließend noch Zeit für ein Gespräch mit der Gruppe nahm. Unter diesen Umständen kommen wir eines Tages gerne wieder!

Zurück