Numero 2: Das trinationale Leo-Sommercamp in Huttwil 2012

Numero 2: Das trinationale Leo-Sommercamp in Huttwil 2012

Wer im letzten Sommer auf unserer Webseite war, hat sicherlich den ausführlichen Bericht über das erste trinationale Leo-Sommercamp in der Schweiz mitsamt den dutzenden Bildern wahrgenommen. Damals war schon klar, dass dies keine einmalige Aktion bleiben würde! Gerade für die Leos, die früher schon im Rahmen eines Schulprojekts viele Freizeiten auf dem Hof der Familie Mathys in Huttwil verbracht hatten, war die Wiederholung des erfolgreichen Camps ein Muss.

Wir fuhren also in diesem Jahr wieder für eine Woche in die Schweiz. Im Gepäck hatten wir viele Ideen, Spiele und Aufgaben, sodass Langeweile erneut ausgeschlossen war. Baden-Württemberg hat zusammen mit Bayern als letztes deutsches Bundesland Sommerferien. Deshalb starteten wir erst am 28. Juli, zu einem Zeitpunkt also, zu dem die Kinder aus der Schweiz und aus Frankreich auch noch Ferien hatten. Der Reihe nach: Zusammen mit etlichen Kindern aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz machte sich Clubbetreuer Gerhard Laux frühmorgens mit dem Zug auf den Weg in das ungefähr 100 Kilometer entfernt gelegene Huttwil, wo er auf einen Großteil der Leos traf. Diese waren bereits mit eigenen Fahrzeugen angereist, hatten den Proviant für die gesamte Woche mitgebracht und allerlei Einrichtungsarbeiten für das Ferienlager auf dem Bauernhof durchgeführt. Rechtzeitig fuhren die Leos mit Traktor und Graslader zum Bahnhof, um die Campteilnehmer bauernhofgerecht abzuholen.

Der erste Kontakt wurde also am Bahnhof Huttwil geschlossen. Dass einige bekannte Gesichter dabei waren, war schön: Einige Kinder aus einem Kinderheim in Basel kannte man von der gemeinsamen Hausbootfahrt in den Osterferien. Natürlich wurden auch Leo Jean-Christophe und seine Schwester Mélissa aus Frankreich mit großem Hallo begrüßt. Mit dabei waren auch zwei Betreuer aus dem Kinderheim, welche uns bei der Betreuung der Kinder unterstützten.

Die Fahrt in dem großen Anhänger war schnell vorüber. Die Kinder stürmten sodann begeistert auf den Bauernhof. Während einige Leos mit den Neuankömmlingen eine kleine Führung durch den großen und teils verwinkelten Bauernhof zum Kennenlernen machten, stellten die anderen das Strohlager fertig. Liebevoll wurden die Schlafplätze ausgestaltet, welche für die nächste Woche für angenehme Nächte sorgen sollten. Als eine dicke und weiche Schicht Stroh auf dem Boden der riesengroßen Scheune verteilt war, konnten alle ihre Schlafsäcke platzieren. Schnell waren die Plätze eingenommen, wobei es neben den Plätzen auf dem flachen Boden auch höher gelegenere und bei einigen Campteilnehmern beliebtere Ecken gab.

Nun war es Zeit für eine erste Willkommensrunde, die von Clubpräsident Murat Kükner geleitet wurde. In einem Nebenraum der Scheune versammelten wir uns, bildeten einen Kreis und stellten uns gegenseitig vor. In diesem Raum sollte während der Dauer des Camps auch gekocht, gegessen, gespielt und zusammen Zeit verbracht, sodass hier ein zentraler Anlaufpunkt war. Wo wir gerade von Essen sprechen: Über die gesamte Zeit hat Clubbetreuerin Inge Thamerus alle mit leckerem und abwechslungsreichen Essen verwöhnt, wobei sie oft stundenlang, sowohl vor als auch nach dem Essen, in der Küche stand. Ihr sind wir alle zu großem Dank verpflichtet!

Nach dem ersten Mittagessen wurden dann fünf Gruppen ausgelost. Dies hatte das Ziel, dass die Teilnehmer untereinander mehr zusammen unternehmen und diente der Teambildung beim „Leo-Zwölfkampf“. Bei diesem traten dann die Teams, bestehend aus jeweils fünf Mitgliedern plus Teamchef, gegeneinander an. Am Ende wurde ein Siegerteam gekürt und mit Preisen in Form von kleinen Löwen beschenkt. Der Zwölfkampf zog sich über die gesamte Länge des Sommercamps hin und bot abwechslungsreiche Spiele wie Seilhüpfen, Wasserbombenweitwurf, Mini-Tischfußball oder Ringewerfen. Jeder wurde bei den diversen Übungen sportlich wie auch mental gefordert. Am Ende hatte dann das von Leo Valentin betreute Team die Nase knapp vorne und konnte den ersten Platz für sich entscheiden.

Auch abseits des Bauernhofalltags wurden viele Spiele gemacht, wenn auch nicht immer mir der ganzen Gruppe. Da es einen tollen Sportplatz in Huttwil gibt, wurde hier abends oft Fußball gespielt. Auch ins Schwimmbad ging es insgesamt drei Mal nachmittags. Für die Jüngeren bot der große Bauernhof viel Platz für Verstecken und Fangen, bei welchem es nicht nur auf ein gutes Versteck, sondern auch auf schnelle Reaktion und gute Kondition ankam. Natürlich bestand der einwöchige Aufenthalt nicht nur aus Spiel und Spaß, immerhin gibt es auch viel Arbeit auf so einem Bauernhof. Wie im letzten Jahr hieß es für einige Teilnehmer morgens früh um 5.45 Uhr Aufstehen, um Kühe zu melken und den Stall auszumisten. Dabei teilte man sich in zwei Gruppen auf. – Eine Gruppe übernahm das Melken der Kühe. Auch wenn dies mit weitestgehend automatisierten Maschinen recht schnell von der Hand ging, mussten doch gewisse Vorarbeiten gemacht werden. Etwa das Reinigen der vier Zitzen am Euter und das Vormelken mit der Hand, was bei manchen Kühen eine echte Herausforderung war. Diese waren nämlich manchmal kitzlig und traten mit den Hufen. Allerdings ist nie etwas passiert, auch nicht beim Reinigen des rutschigen Kuhstalls, in welchem jeden Morgen und jeden Abend der Kuhmist mit dem Karren entsorgt und frisches Stroh gelegt werden musste.

Neben diesen regelmäßig wiederkehrenden Aufgaben gab es auch Spezialprojekte. – So mussten gleich am ersten Tag zwei mit Strohballen beladene Anhänger entladen und die Ballen in einer Scheune gestapelt werden. Das ging an die Substanz und wurde nach einiger Zeit sehr anstrengend. Auch das Verlegen eines neuen Fußbodens in der Scheune war auf Dauer anstrengend, ging aber gut von der Hand. So wurde, wie im letzten Jahr, ein neuer Teil des Scheunenbodens mit frischen Holzbrettern verlegt. Die Bretter mussten vorgeschnitten, ausgemessen, abgesägt, eingesetzt und festgenagelt werden. Eine sehr mühselige Arbeit, welche sich über viele Stunden hinweg zog, aber dank zahlreicher Helfer am Ende erfolgreich und vor allem erstklassig abgeschlossen werden konnte. Auch der gastgebende Landwirt Fritz Mathys war mit der Arbeit sehr zufrieden und zeigte sich erfreut über das Ergebnis.

Ein weiterer Höhepunkt war die Trottinettfahrt, welche schon zu den Pflichtaktionen gehört. Mit drei Bussen fuhren wir auf einen hohen Berg und rollten dann stets bergab in Richtung Tal zurück. Dass es dabei regnete und anfangs auch recht frisch war, störte die allerwenigsten, denn so machte es erst richtig Spaß. „Bei gutem Wetter kann doch jeder fahren“, sagte Inge nach der Fahrt.

Auch das Reiten auf dem Pferd „Flora“ ließ sich fast niemand entgehen. Zwei große Runden lang musste das Tier nacheinander etwa 30 Leute tragen, wodurch es am Ende sichtlich erschöpft war. Dafür kamen viele Kinder in den Genuss, auf dem Rücken eines großen Kaltblüters zu sitzen und einmal größer als die anderen zu sein. Im Grunde kann man stundenlang über die Erlebnisse in Huttwil erzählen und findet doch immer wieder neue Sachen. Dieser Bericht soll nur einen Eindruck von dem vermitteln, was wir in diesem Jahr erlebt haben. Fakt ist, dass die Zeit unglaublich schnell vergangen ist und viele Teilnehmer gerne noch eine Woche länger dort verbracht hätten. Der letzte Tag wurde gebührend mit einer großen Strohschlacht gefeiert, bei welcher wirklich niemand unverschont geblieben ist. Am Ende befand sich das Stroh wirklich überall, selbst in den Socken kratzte und juckte es. So verabschiedet man sich doch gerne!

Statt noch mehr Text zu schreiben, möchten wir die Bilder für sich sprechen lassen, denn bekanntlich sagt ein Bild mehr als tausend Worte. Wenn das so ist, haben wir mit diesem Text gerade einmal ein Bild erklärt.

Nun, wir freuen uns schon jetzt auf nächstes Jahr und in diesem Fall auf das dritte Leo-Sommercamp, wieder auf dem Bauernhof der Familie Mathys. Bei dieser Gelegenheit möchten wir uns noch ganz herzlich für die freundschaftliche Aufnahme, die beispiellose Gastfreundschaft, die unendliche Geduld (mit der nicht immer lautlosen großen Gruppe) und all den fantastischen Kuchen bedanken, der täglich für uns gebacken wurde. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!

Und noch jemandem sei Dank: Den Regio Lions, die das Camp in diesem Jahr mit Einnahmen aus dem Dreiländerlauf am 20. Mai in Basel finanziert haben. Wir danken den Regio-Lions für die tolle Unterstützung!

Zurück