Auch in diesem Jahr ging es mit drei großen Hausbooten und 21 Teilnehmern aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz wieder auf große Fahrt. Fünf Tage, vom 6. bis zum 10. April, befanden sich die Jugendlichen auf dem Wasser und durften eine breite Palette an Programm erleben.
Wie üblich startete die von Mitgliedern des Leo Clubs Weil am Rhein betreute Gruppe im Hafen von Niderviller, wo die Boote bezogen und erste Kontakte geknüpft wurden. Sprachbarrieren gab es keine, da die Teilnehmer aus dem Elsass sehr gut Deutsch konnten und sich so eine homogene und ausgewogene Gruppenatmosphäre bildete.
Am ersten Tag, nach dem Mittagessen, ging es im Bootskonvoi ostwärts in Richtung Lutzelbourg, vorbei durch grüne Täler, idyllische Wälder, durch Tunnels und bis zum Schiffshebewerk Arzviller, welches mit seinen ruhigen Liegeplätzen im Tal die Station für die erste Übernachtung darstellen sollte. Dieser Umweg wurde speziell für Teilnehmer und bis am ersten Abend mitfahrende Gäste gewählt, welche die Strecke noch nicht kannten. Das eigentliche Ziel, eine Anlegestelle am Saarkanal, lag nämlich in entgegengesetzter Richtung. Mit Erfolg, denn viele kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Schließlich passiert man nicht jeden Tag zwei lange Tunnels mit Booten oder lässt sich in einem riesigen Trog 45 Meter in die Tiefe gleiten.
Nach der ersten Übernachtung stand eine längere Fahrt an, denn der Konvoi musste die gleiche Strecke wie am Vortag zurückfahren – erneut mit Schiffshebewerk und Tunnelpassagen – und noch weiter, rund 25 km auf dem Rhein-Marne-Kanal und zehn km auf dem Saarkanal bis zur Pont d‘Albeschaux, was in rund fünf Stunden bewältigt wurde. Im Hafenbecken angekommen, wurden die Boote positioniert und der Rest des Abends wurde mit Essen, Spielen und Geselligkeit verbracht. Die Hauptattraktion der Reise, der Besuch im Wildtierpark Sainte-Croix, sollte am nächsten Tag folgen.
Und so ging es am Mittwochmorgen direkt in Frankreichs größten Wildtierpark, in welchem die Teilnehmer in kleinen Gruppen den ganzen Tag verbrachten. Geboten wurde viel, denn der Tierpark erstreckt sich über etliche Hektar und hat eine große Auswahl an Tieren zu bieten: Wölfe, Bären, rote Pandas, Büffel, Lamas, diverse Vogelarten, Streichelzoos und mehr. Auch gab es eine Fahrt im Safarizug, interessante Führungen durch die Gehege, Fütterungen und Vorträge zu bestimmten Themen. Logischerweise verging der Tag wie im Flug, und nachdem alle stundenlang auf den Beinen waren, tat eine Stärkung Not.
Der nächste Programmpunkt für diesen Tag war ein Besuch im Restaurant “Les Paquis”, wo es für jeden Teilnehmer authentisch-leckere Flammkuchen nach Elsässer Art gab. Wie auch an den Tagen zuvor ließ das Wetter die Gruppe nicht im Stich, sodass bei herrlichen Temperaturen und gemütlicher Abendsonne auf der Terrasse gespeist werden konnte.
Am Donnerstag war es dann bereits wieder Zeit für die Rückfahrt nach Niderviller, dem Starthafen. Über die lange Fahrt hinweg konnten die Teilnehmer Spiele spielen, sich unterhalten oder gar das Ruder übernehmen und versuchen, ein Hausboot selbst zu fahren. Einige entdeckten dabei ein verstecktes Talent, denn so mancher Jugendlicher steuerte die Boote unter fachmännischer Aufsicht sehr souverän und mit viel Feingefühl.
Der Abend in Niderviller war dann wieder von gemeinsamer Zeit, einem leckeren Abendessen, und vielen Gesprächen geprägt, während die ersten Koffer bereits gepackt werden mussten. Am Freitag blieb dafür nicht viel Zeit, denn die Boote mussten am Morgen sauber und ordentlich übergeben werden, sodass dieser Tag rein der Rückreise gewidmet war.
Auch in diesem Jahr war das Résumé der Teilnehmer äußerst positiv, nur getrübt vom schnellen Ende der Woche. Wie in den Jahren zuvor entstanden Freundschaften, welche auch nach der Hausbootfahrt noch anhalten sollten, und darum geht es in erster Linie doch auch: grenzüberschreitende Freundschaften knüpfen, pflegen und stärken. In einer so schwierigen Zeit wie der unseren eine willkommene und notwendige Abwechslung.