Auch in diesem Jahr trafen sich Jugendliche aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz zum trinationalen Sommercamp auf einem Bauernhof im schweizerischen Huttwil. Was vor vielen Jahren als gemeinsames Projekt einer Schülerzeitung aus Weil am Rhein begann, ist inzwischen zu einer festen Tradition geworden.
Eine Woche lang tauschen die Jugendlichen ihren Alltag gegen frühes Aufstehen, körperliche Arbeit und das einfache Leben auf dem Bauernhof. Dabei geht es längst um mehr als darum, bei den anfallenden Arbeiten mit anzupacken: Das Sommercamp bringt junge Menschen aus drei Ländern zusammen und schafft Raum für Freundschaften, gemeinsame Erlebnisse und einen echten Austausch über Grenzen hinweg.
Anpacken, wo Hilfe gebraucht wird
Der Alltag auf dem Bauernhof beginnt früh. Kühe müssen gemolken, Ställe gereinigt und Strohballen bewegt werden. Je nach Jahreszeit und anstehenden Arbeiten kommen weitere Aufgaben hinzu – von der Pflege der Gebäude und Außenanlagen bis zur Ernte auf den Feldern.
Besonders eindrucksvoll ist dabei immer wieder die Kartoffelernte. Mit großen Maschinen werden die Kartoffeln aus dem Boden geholt und anschließend von den Jugendlichen sortiert. 90 Tonnen Kartoffeln ernten die Jugendlichen und Betreuer dieses Jahr, Steine, Erde und Pflanzen wandern dabei über das Förderband, während der Koloss sich über das mehrere Hektar große Feld kämpft.
Gerade diese Mischung macht den besonderen Reiz des Camps aus: Die Aufgaben sind nicht nur Beschäftigung für eine Woche, sondern hinterlassen sichtbare Spuren und tragen ganz konkret zur Arbeit auf dem Hof bei.
Arbeit verbindet
So unterschiedlich die Jugendlichen zu Beginn der Woche auch sein mögen – nach wenigen Tagen spielt die Herkunft kaum noch eine Rolle. Viele Teilnehmer kennen sich bereits aus den vergangenen Jahren, gleichzeitig kommen jedes Jahr neue Gesichter hinzu.
Die gemeinsame Arbeit hilft dabei, schnell miteinander warm zu werden. Sprachliche Unterschiede werden mit Händen und Füßen, Englisch, Deutsch, Französisch und vor allem mit viel Humor überwunden. Aus einer Gruppe Jugendlicher aus drei Ländern wird so innerhalb kürzester Zeit eine Gemeinschaft.
Und genau das ist einer der wichtigsten Bestandteile des Sommercamps: Neben der praktischen Arbeit entstehen Freundschaften, die häufig weit über die gemeinsame Woche hinaus bestehen.
Natürlich kommt der Spaß nicht zu kurz
Bei aller Arbeit bleibt ausreichend Zeit für gemeinsame Aktivitäten. Bei sommerlichen Temperaturen gehören Besuche im Freibad ebenso zum festen Programm wie Fußball, Gruppenspiele oder entspannte Abende auf dem Sportplatz.
Auch kleine gemeinsame Momente machen die Woche aus. Nach einem langen Arbeitstag zusammensitzen, gemeinsam essen, lachen oder einfach den Abend auf dem Bauernhof ausklingen lassen – vieles davon ist für die Teilnehmer mindestens genauso wichtig wie die eigentliche Arbeit.
Der Tagesrhythmus ist dabei durchaus ungewohnt: Wenn der Wecker bereits am frühen Morgen um 5:45 klingelt und körperlich anstrengende Stunden bevorstehen, merkt man schnell, dass ein Urlaub auf dem Bauernhof etwas anderes ist als gewöhnliche Ferien. Trotzdem – oder gerade deshalb – blicken die Teilnehmer am Ende der Woche meist mit Begeisterung auf die vergangenen Tage zurück.
Eine Tradition, die bleibt
Jedes Jahr ist das Sommercamp ein wenig anders. Die Teilnehmer wechseln, die Arbeiten auf dem Hof verändern sich und auch das Wetter lässt sich nicht planen. Was bleibt, ist die Idee dahinter: Jugendliche aus drei Ländern verbringen gemeinsam eine Woche, helfen dort, wo ihre Unterstützung gebraucht wird, lernen den Alltag auf einem Bauernhof kennen und wachsen dabei als Gruppe zusammen.
Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie nachhaltig diese Erfahrung sein kann. Wiedersehen mit bekannten Gesichtern, neue Freundschaften und die Vorfreude auf das nächste Sommercamp gehören inzwischen genauso zur Tradition wie das frühe Aufstehen und die Arbeit auf dem Feld.
Wenn sich die Gruppe am Ende der Woche wieder auf den Heimweg macht, fällt der Abschied deshalb nicht immer leicht. Umarmungen, Tränen und der eine oder andere Blick zurück auf die gemeinsame Woche gehören mittlerweile fast ebenso selbstverständlich zum Camp wie die Arbeit selbst.
Und so heißt es auch nach diesem Jahr wieder: Auf Wiedersehen in Huttwil – bis zum nächsten Sommer.